Marta stellt sich ihrer Verantwortung
Für Marta hat Gastfreundschaft einen hohen Stellenwert. Denn es gab für sie nichts Wichtigeres als die Menschen zu verwöhnen mit Essen. Sie achtete akribisch darauf, dass jeder genug bekam und dass die äußere Umgebung auch passte. Als eines Tages Jesus zu Besuch kam, kontrollierte sie alles nochmals, erst dann führte sie ihn in die Räumlichkeiten hinein. Erst dann zeigte sie sich beruhigt, denn Sauberkeit und dass alles an seinem Platz stand, war ihr äußerst wichtig. Als dann die Besucher, die bei Jesus waren, Platz nahmen, rannte sie zwischen der Küche und den Gästen hin und her. Sie fand keine Ruhe, bis sie alles erledigt hatte. Marta war in ihrer Aufgabe so vertieft, dass sie die Worte, die Jesus seinen Zuhörern verdeutlichte, nicht wahrnahm. Sie sah ihre Schwester bei Jesus sitzen, die ihm aufmerksam zuhörte. Sie versuchte, sie zu bewegen, ihr doch zu helfen. Und als die Schwester es nicht tat, machte sie neben den Gästen ihr Vorwürfe und sagte zu Jesus, er solle ihrer Schwester sagen, dass sie ihr doch helfen solle. „Marta sagte zu Jesus: Herr, ist es nicht ungerecht, dass meine Schwester hier sitzt, während ich die ganze Arbeit tue? Sag ihr, sie soll kommen und mir helfen“ (Lukas 10, 40). Die Anwesenden waren irritiert. Doch Jesus sagte zu Marta, dass es schön ist, dass sie so für die Gäste sorgt, doch eines ist noch wichtig, nämlich seinen Gästen auch zuzuhören. Er bat sie, Platz zu nehmen und seine Botschaft anzuhören, was Marta auch tat. Denn zuvor glaubte sie, sie müsse alle versorgen. Was kann man von ihrem Verhalten lernen? Nun, sie hatte an sich selbst eine zu hohe Erwartung, die niemand von ihr verlangte. Sie konzentrierte sich zu sehr auf Kleinigkeiten, statt auf die Botschaften von Jesus zu hören. Sie neigte dazu, sich selbst zu bemitleiden, weil ihre Bemühungen keine Anerkennung fanden, wie sie es sich erhofft hatte. Daher sollten wir so ein Verhalten kritisch betrachten. Denn Jesus sagte, es gibt eine Zeit des Zuhörens, und es gibt eine Zeit, in der man die Arbeiten, die notwendig sind, durchführen sollte. Außerdem prangerte sie ihre Schwester an, was zur Kränkung führte. Was können wir daraus mitnehmen? Für jeden einzelnen Menschen ist nicht alles so wichtig; deshalb sollte man nachsichtig sein, wenn Menschen anders sind als wir selbst. In Kolosser 3, 13 heißt es:
Seid nachsichtig mit den Fehlern der anderen und vergebt denen, die euch gekränkt haben. Vergesst nicht, dass der Herr euch vergeben hat und dass ihr deshalb auch anderen vergeben müsst".